
An der Stelle, an der sich die Straße nach Maria Ellend von der Meidlinger Straße abzweigt, erhebt sich dieser Bildstock, dessen Name eigentlich "Gernkreuz" lautet. Die heute übliche Bezeichnung beruht auf einem Hörfehler, der erst in unserem Jahrhundert entstanden ist. Eine Erklärung für den heutigen Namen liefert die Erzählung, daß die Ortsbewohner früher (bis etwa 1930) den Wallfahrern, die von Maria langegg kamen, bis zu dieser Stelle entgegengingen und sie zurück in den Ort begleiteten. "Gern" war die Bezeichnung für einen Acker "in der Rewtn" (Reut), die 1466 erstmals genannt wird. 1641 wird ein steinernes Kreuz oberhalb des Kogels erwähnt, und 1733 kommt erstmals der Name "Gernkreuz" vor, 1740 aber auch schon die Bezeichnung "geh=Kreuz". Daß der ursprüngliche Name noch in unserem Jahrhundert bekannt war, beweisen die Protokolle des Ortsschulrates Höbenbach, in denen 1910 die Bezeichnung Gernkreuz verwendet wurde. Bei dem Bildstock handelt es sich um einen prismatischen Ziegelbau mit abgeschrägten Kanten. Über Kehle und Deckplatte erhebt sich ein prismatischer Oberbau mit Rundbogennischen in zwei Seiten, die je ein Relief enthalten: Christus am Kreuz, Maria mit dem Kind. Eine Besonderheit stellt das Dach dar, das die Gestalt einer Stufenpyramide zeigt, die von einem Kreuz gekrönt ist. Das Gegenkreuz wurde 1988 renoviert, die Maurerarbeiten leistete Johann Rausch, die Restaurierung der Reliefs nahm der Bildhauer Pummer aus Rossatz vor. Eine Sage erzählt über dieses Kreuz: An dieser Stelle befand sich vor Zeiten ein Standbild des Gekreuzigten. Einst ging ein betrunkener Soldat vorbei und schlug der Statue eine Hand ab. Als später in dieser Gegend schwere Kämpfe tobten, wurde dieser Soldat in der Nähe des Kreuzes schwer verwundet. Er schleppte sich auf die Anhöhe, auf der er einst seine Freveltat verübt hatte, und erlag dort seinen Wunden.